Das Tävsmoor zwischen Appen und Holm

Das 150 ha große zusammenhängende Naturschutzgebiet (NSG) Tävsmoor / Haselauer Moor besteht aus zwei Teilen. Der nördliche Teil, das Tävsmoor, liegt in der Gemeinde Appen und entwässert über die Appener Beek in die Pinnau. Der südliche Teil, das Haselauer Moor, gehört zur Gemeinde Heist und wird zum Happelbach entwässert. Insgesamt ist das NSG zwei Kilometer lang, aber nur 500 Meter breit. Wie die meisten Moore im Kreis Pinneberg ist auch das Tävsmoor in der letzten Nacheiszeit vor 12000 Jahren aus einem mehr oder weniger flachen Gewässer entstanden. Ursprünglich war es ein nähstoffarmes Niedermoor, das sich in Teilen langsam zum Hochmoor entwickelte.

Blick auf den großen Moorsee am nordöstlichen Rand des Tävsmoores.
Foto: Uwe Damm


Tier- und Pflanzenwelt

Viele Lebensraumtypen sorgen für eine Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten. Über 300 Gefäßpflanzen, von denen mindestens 40 Arten auf der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen in Schleswig-Holstein stehen, kommen hier vor: Lungenenzian, Kleiner Igelkolben, Breitblättriges Knabenkraut, Moorlilie und Weißes Schnabelried sind nur einige davon. 

Zwischen Gagelsträuchern brütet der Höckerschwan.
Foto: Horst Buchholz
Auch die Tierwelt ist erwähnenswert: verschiedene Moluskenarten, darunter Posthornschnecke und Teichmuschel, 131 Wirbeltier-, 66 Schmetterlings und 23 Libellenarten wurden hier gezählt. 85 Vogelarten wurden beobachtet, 30 als Brutvogelarten nachgewiesen.

Schutz- und Regenerationsmaßnahmen

Durch Torfabbau und Entwässerung wurden ca. 75% des ehemaligen Heidemoores zu landwirtschaftlichen Nutzflächen umgewandelt. Für den Bau des Flugplatzes wurden vor dem zweiten Weltkrieg Teile des Moores zugeschüttet. 
 

Auch die intensive Erholungsnutzung beeinträchtigte das Moor zusehens. Durch große Anstrengungen der Gemeinden Heist und Appen, die mit Unterstützung durch Landes- und Kreismittel erhebliche Fläche ankauften, wurde sichergestellt, daß langfristig nur eine extensive Nutzung vorgenommen wird. 

Eine große Belastung bedeuten die zur Zeit noch hohen Nähstoffeinträge aus angrenzenden Flächen, denen mit offenen Pflanzenkläranlagen begegnet wird.
 
 
 
 
 
 

Viele Pflanzen- und Tierarten finden im Tävsmoor
einen Lebensraum, z.B. der Mittlere Sonnentau,
eine typische Moorpflanze.
Foto: Hans-Jürgen Raddatz

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