| Die
Elbinsel Pagensand
Die Elbinsel Pagensand (der Name bedeutet "Pferdeinsel") liegt zwischen Pinnau- und Krückaumündung vor den Außendeichsflächen der Seestermüher Marsch. Ursprünglich bestand sie nur aus einer Sandbank, die im letzten Jahrhundert mit einer benachbarten Insel vereint wurde. Auf ihre heutige Größe von 520 ha kam Pagensand erst durch umfangreiche Aufspülungen im Zuge der Elbvertiefungen zwischen 1910 und 1939. Auf den Spülflächen sind im Laufe der Zeit Magerrasen sowie heide- und dünenähnliche Bereiche entstanden. Im Inneren der Insel gibt es noch einige typische Feuchtgrünlandbereiche.
Die Elbinsel Pagensand steht seit 1997 unter Naturschutz. Foto: Ralf Krause Prägend für dieses Naturschutzgebiet ist der Tideeinfluß, der zweimal täglich die Wattflächen der Insel überflutet und wieder trocken fallen läßt. Die Flachwasserbereiche an der Pagensander Nebenelbe dienen den Elbfischen als wichtige Fortpflanzungs- und Aufwuchsbereiche. Wegen seines Fischreichtums ist dieses Gebiet ein bedeutendes Nahrungsbiotop für brütende und durchziehende Vogelarten. Die Süßwasserwatten im Unterelbebereich gehören zu den größten Mitteleuropas, hier finden sich Flechtbinsenbestände und Brackwasserröhrichte mit einzigartigen Artenvorkommen.
Spülsandhänge und Marschwiesen auf Pagensand. Foto: Frank Allmer Tier- und Pflanzenwelt Schilf-Röhrichte und Hochstaudenrieder bilden sich aus Schilf und speziellen Staudenarten, die sich bei der Verlandung des schlickigen Watts ansiedeln. Hierzu gehören Blutweiderich, Rohrkolben, Wasserdost und Sumpfgänsedistel. In ihnen brüten Rohrsänger, Rallen und in manchen Jahren Rohrweihen. Auf einigen Feuchtgrünlandflächen im Mittelteil der Insel finden Wiesenvögel wie der seltene und scheue Wachtelkönig, Bekassine und Rotschenkel ihre Brutplätze. Einige Anklänge des in Schleswig-Holstein ehemals typischen, aber inzwischen ausgestorbenen Eschen-Ulmen-Auwaldes kommen im Süden der Insel noch vor. Die Weidengebüsche des Tide-Auwaldes bieten zahlreichen Brutvogelarten Unterschlupf.
Priel mit Röhricht und Süßwasserwatt. Foto: Hans-Joachim Augst Besondere Aufmerksamkeit wird rund um Pagensand auf einen Wassersport im Einklang mit der Natur gelegt. Auf den umgebenden Wattflächen ist es überall möglich, Boote trocken fallen zu lassen. Eine Anlandung an Pagensand ist jedoch nur auf bestimmten Flächen erlaubt. Realisation: HeydornOnline 1999 |