| Die
Liether Kalkgrube bei Elmshorn
Das rund 16 ha große Naturschutzgebiet "Liether Kalkgrube" liegt nahe der Ortschaft Klein Nordende zwischen Tornesch und Elmshorn. Um das Jahr 1844, mit dem Bau der dänischen Eisenbahn von Altona nach Kiel, wurde hier begonnen, Kalk, Ton und Sand abzubauen. Dabei wurden nach und nach geologische Formationen freigelegt, die bis ins Erdaltertum, also ca. 200-270 Millionen Jahre, zurückreichen. 1980 wurde in ca. 30 Meter Tiefe ein Gipsvorkommen auf der Spitze des sogenannten "Elmshorner Salzstockes" freigelegt. Damit das zuströmende Grundwasser diese aus der Werra-Serie stammende Formation (Werra-Anhydrit) nicht allmählich bedeckt, wird die Grube seit Ende der wirtschaftlichen Nutzung im Jahre 1986 durch eine Pumpe freigehalten.
Der in der Liether Kalkgrube mögliche oberirdische Einblick in die Geologie wird von Wissenschaftlern als der bedeutendste Aufschluß zwischen Schweden und dem Harz angesehen. Funde von Werkzeugen und Fossilien deuten darauf hin, daß die Umgebung bereits von steinzeitlichen Jägern vor ca. 14000 Jahren als Lagerplatz genutzt wurde.Die "Liether Kalkgrube" stellt eine einmalige geologische Besonderheit dar. Tier- und Pflanzenwelt Das vielfältige Mosaik unterschiedlichster Erdschichten bietet Lebensraum für ca. 120 verschiedene, zum Teil sehr seltene Pflanzenarten. Besonders Insekten, wärmeliebende Amphibien und höhlenbrütende Vögel wissen dieses menschengemachte Biotop zu schätzen. So sind Kreuz- und Knoblauchkröte, Flußregenpfeifer, Uferschwalbe und Neuntöter hier anzutreffen. Ein Rundwanderweg geht um die Grube herum, ein zweiter führt als geo-ökologischer Lehrpfad bis in die Grubenmitte.
1980 wurde in der cirka 30 Meter tiefen Grube die Spitze eines Salzstocks |