Das Holmmoor bei Quickborn

Das Holmmoor gehört zu den für Schleswig-Holstein typischen nährstoffarmen, durch Regenwasser gespeisten Hochmooren. In der Kernzone des 110 ha großen Naturschutzgebietes existiert ein noch mehrere Meter mächtiger Hochmoorkörper. 
Die intensive Nutzung und Entwässerung des Moores fand Ende der 60er Jahren ihren Höhepunkt im Bau der A7, die das Hochmoor regelrecht zerschnitt. Ziel der Schutzmaßnahmen ist es, das auf 35% der ursprünglichen Fläche reduzierte Moor zu erhalten und soweit wie möglich zu renaturieren.

Durch Anstau der Moorgräben wird versucht, Flächen wiederzuvernässen, um den
mooreigenen Wasserhaushalt wiederherzustellen und zu stabilisieren.
Foto: Wolfram Fischer


Tier- und Pflanzenwelt

Auf gleichmässig nassenden Torfen wachsen bedeutsame Pflanzengesellschaften mit Glockenheide, Rosmarinheide, Moosbeere und scheidigem Wollgras. Vereinzelt findet sich der "fleischfressende" Sonnentau, der mit klebrigen Blättern Kleininsekten fängt. Die verschiedenen Lebensräume im Moor stellen wertvolle Rückzugsgebiete für bedrohte Pflanzen und Tiere dar, unter ihnen selten gewordene Libellen, Schmetterlinge, Amphibien wie der Moorfrosch und Vögel wie die Krickente, die Bekassine und der Steinkauz. Auch eine speziell an das Leben in den Torfmoosen angepasste Käferfauna findet dort ideale Bedingungen.

Wollgras auf Torfmoos-Schwingrasen - Zielvorstellung der Renaturierungs- maßnahmen im Holmmoor. Foto: Dr. Silke Lütt
Im landesweiten Biotopverbundsystem ist das Holmmoor als Schwerpunktbereich ausgewiesen und damit als besonders wichtig eingestuft. Ziel seiner Entwicklung ist vor allem das Wiedervernässen der Flächen durch Anstau der Moorgräben sowie das Freistellen der Torfmoose von beschattendem Birkenaufwuchs.

Die trittempfindlichen Torfmoospolster bilden über Jahrtausende die Torfmoore. Foto: Dr. Silke Lütt
Realisation: HeydornOnline 1999