Die Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland

Von Wedel bis zur Pinnaumündung erstreckt sich auf ca.15 km Länge das Naturschutzgebiet "Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland". Die Entstehung dieser Landschaft ist dem Strom der Gezeiten und der Dynamik der Elbe zu verdanken, die durch das Absetzen von Schwebstoffen die kleinräumige Verteilung von nährstoffreicher Kleimarsch und Süßwasserwatten entstehen ließen. Sie bilden die Nahrungsgrundlage für Tausende von Zugvögeln. Die ab ca. 1200 n. Chr. beginnende Eindeichung durch siedelnde Menschen schuf trockenere, landwirtschaftlich nutzbare Flächen und einen Außendeichbereich, der auch heute noch den wechselnden Kräften der Gezeiten unterliegt. Hier finden sich neben extensiv genutztem Grünland Binsen- und Schilfröhricht sowie Reste von Auwald und aufgelassenen Obstkulturen. Teile des Deichvorlandes werden der Sukzession (natürlichen Entwicklung) überlassen.

Blick auf die Haseldorfer Binnenelbe mit Randgraben sowie den Außendeichsflächen Auberg und Drommel. Foto: Ralf Krause
Durch Deichbauarbeiten in den 70er Jahren wurden die Wasserverhältnisse in der Haseldorfer Elbmarsch grundlegend geändert und große Teile der ehemaligen Flußmarsch der Tideneinwirkung entzogen. Die 1985 einsetzenden Schutzmaßnahmen zielen darauf ab, den Wasserstand binnendeichs wieder leicht zu erhöhen, um möglichst große Teile der typischen Pflanzen- und Tierwelt dieses Gebietes zu erhalten.

Die Süßwasserwattflächen bei Wedel bieten zahlreichen Kleinsttieren Lebensraum. Hier finden rastende Wat- und Wasservögel Nahrung. 
Foto: Michael Tank


Tier- und Pflanzenwelt

Eine besonders wichtige Funktion haben die Pinneberger Elbmarschen als Rastgebiet für Zehntausende von Zugvögeln, die hier alljährlich zweimal, auf dem Weg von den Winterquartieren in ihre Brutgebiete und zurück, Station machen. Für insgesamt 163 Arten stellt dieses Gebiet ein Rastzentrum von internationaler Bedeutung dar, weshalb es als Feuchtgebiet im Rahmen der Ramsar-Konvention vorgeschlagen wurde. 9 Wiesenvogelarten brüten zur Zeit an der Elbe, unter ihnen Austernfischer, Bekassine, Braunkehlchen, Feldlerche, Kiebitz und Rotschenkel. Weitere 92 Arten von Gebüsch- und Röhrichtbrütern konnten nachgewiesen werden. 

Im Frühjahr und Herbst rasten Tausende von Bläßgänsen im Naturschutzgebiet. Foto: Martin Schröder
Der "Naturschutzbund Deutschland e.V." betreut seit 1990 das Naturschutzgebiet und unterhält zwei Informationszentren in Haseldorf und in der Wedeler Marsch (Hermann-Kroll-Haus). Hier kann man Vögel beobachten und Informationen über das Gebiet erhalten. Auch Kinderaktionen und Führungen bieten die Schutzgebietsbetreuer an.

Weitere Auskünfte hierzu:

  • Naturinformationszentrum im ALR-Gebäude

  • Hafenstraße, 25489 Haseldorf
    Öffnungszeiten: ganzjährig 
    Mi: 14-17 Uhr und So: 11-16 Uhr
    Telefon: 04129 / 574, Fax: 1226
  • Hermann-Kroll-Haus

  • Öffnungszeiten
    Di + Do: 9-17 Uhr
    Sa, So und feiertags: 9-17 Uhr
    Telefon: 04103 / 3049
Realisation: HeydornOnline 1999